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Wedeler Innenstadt vom Verkehr entlasten
 

Wedeler Innenstadt vom Verkehr entlastet:
In 2020 für die FDP keine Vision mehr!
von Rainer Karnstädt

Heutige Verkehrsknoten sind nach Vorstellung der FDP Wedel dann kein Thema mehr.

Am Marktplatz und am Bahnhof sind diese Knoten dann durch die neue Trasse der B 431 erheblich entlastet und die Mühlenstraße ebenfalls. Neue Stadtinseln am Marktplatz und am Bahnhof / Rathausplatz sind entstanden und der Wedeler Rathausmarkt hat den traditionellen Sonnabend-Markt aufgenommen.

Durch die neue Nordspange geht es von der Holmer Straße, über die Pinneberger Straße durch eine neue Unterquerung der S-Bahn im Autal und über die Rissener Straße nach Hamburg.

Die Altstadt ist Standort für Kultureinrichtungen und Gastronomie geworden, der Marktplatz hat seinen Charakter rund um den Roland dadurch betont , dass von den historischen Gebäuden an der Südseite bis zum Heimatmuseum und zur Kirche ein einheitliches Pflaster sowie Beleuchtungssysteme geschaffen wurden. Zwischen Bahnhof und Rathausplatz ist die Straßentrasse ebenfalls überpflastert, der neue Platz heißt seit einigen Jahren Rathausmarkt. Die Bahnhofstraße selbst hat ihren Charakter auch dadurch verändert, dass kleine Plätze entstanden bzw. weiterentwickelt wurden, die zum Verweilen einladen und attraktive Treffpunkte geworden sind. Eine Fußgängerzone ist es aber nicht geworden.

Nach Auffassung der FDP Wedel ist dieses Szenario keine Vision. Es ist vielmehr die konsequente Umsetzung der im „Leitbild der Stadt Wedel“ formulierten Ziel für die Weiterentwicklung unserer Stadt.

Vision Verkehr in Wedel in 2020

Es ist zwar schon einige Jahre her, dass nach langwierigen Planungs- und Entscheidungsprozessen und mehrjährigen Baumaßnahmen die B 431 im Bereich der Ortsdurchfahrt verlegt worden ist, aber die Umgestaltung der beiden Wedeler Zentren - der Roland-Marktplatz und der Rathaus-Marktplatz - sind erst in diesem Jahr fertig geworden.

Die kommunalpolitische Weichenstellung des Jahres 2003, der Verzicht auf die Südumgehung, hatte seinerzeit keine unmittelbaren Auswirkungen, denn es dauerte bis ins Jahr 2007, um auf der Grundlage eines neuen Leitbildes für die Stadtentwicklung einen neuen Flächennutzungsplan zu entwickeln und genehmigen zu lassen.

Planerisch bereits seit 2005 vorbereitet und in den Folgejahren durch Grundstückskauf und Flächentausch ermöglicht, wurde die neue Trasse 2009 planfestgestellt und in den Jahren 2010 bis 2012 gebaut.

Seither verbindet eine neue Nordspange die Holmer Straße mit der Pinneberger Straße und – aus Richtung Holm kommend – biegt man kurz hinter dem Wedeler Krankenhaus nach links von der alten Trasse ab, quert das ehemalige Kiesgrubengelände und erreicht die Pinneberger Straße nördlich der Vosshörntwiete.
Auf der Trasse der Pinneberger Straße fließt der Verkehr am Gewerbegebiet Schlödelsweg/Marienhof vorbei in einer leichten S-Kurve über das Grundstück einer früheren Asylbewerber-Unterkunft in das Autal hinein. Die Aue wird an derselben Stelle überquert wie schon am Beginn des Jahrhunderts, neu sind die Unterquerung der S – Bahn und die Einfädelung in die Rissener Straße an der Einmündung der Rudolf-Breitscheid- Straße.

Da die neue Trasse der Bundesstraße vorfahrtberechtigt ist, hat sie nicht nur den Durchgangsverkehr aufgenommen, sondern auch wesentliche Teile des Quellverkehrs aus den Siedlungsgebieten Lülanden und Moorweg nach Hamburg sowie des Zielverkehrs zu den Einkaufszentren und Tankstellen der Rissener Straße.

Die früheren Verkehrsknoten am Marktplatz und am Bahnhof sind durch die neue Trasse der B 431 erheblich entlastet worden. Zu dieser Entlastung haben auch einige weitere Verkehrslenkungsmaßnahmen beigetragen.

So wird der Verkehr aus Richtung Holm mit den Zielen Bahnhofstraße/Elbe nicht mehr über den Markt, sondern von der Rolandstraße in die Schulauer Straße geleitet und dann verteilt.

Und wer vom Bahnhof in Richtung Pinneberg will, kann dies nur noch über den Rosengarten und die B 431 und nicht mehr durch die Mühlenstraße und die Pinneberger Straße.


Weitere verkehrslenkende Maßnahmen sind die frühzeitige Aufteilung des Verkehrs aus Richtung Hamburg in Richtung Fährhaus über Tinsdaler Weg und Elbstraße, in Richtung Einkaufzentrum/Bahnhofstraße über Industrie- und Feldstraße und in Richtung Elbepark/Yachthafen über Tinsdaler Weg und Hafen- bzw. Bekstraße und Schloßkamp.

Ein übersichtliches Informations- und Beschilderungssystem hat innerhalb eines Jahres seine Wirkung entfaltet.

Die signifikante Abnahme des Verkehrs am Roland und am Bahnhof machten es anschließend möglich, beiden Plätzen und ihrer Umgebung als Stadtzentren sowie der Bahnhofstraße als Zentralachse der Stadt eine neue bzw. bedeutsamere Rolle zuzuschreiben.

Der Altstadt als Standort für Kultureinrichtungen und Gastronomie - Angebote ist die Verkehrsberuhigung ausgesprochen gut bekommen.

Der Platzcharakter rund um den Roland wurde auch dadurch betont , dass von den historischen Gebäuden an der Südseite bis zum Heimatmuseum und zur Kirche am Roland ein einheitliches Pflaster sowie Beleuchtungssysteme zur Betonung von Roland, historischen Gebäuden und Baumgruppen geschaffen wurden. Der neue Kirchturm mit seiner Aussichtsplattform, die Ristgärten aus dem Jahr 2007 sowie ein Beschilderungs- und Informationssystem, das kulturelle und gastronomische Einrichtungen verbindet, tragen zum inneren Zusammenhalt der Altstadt bei.

Der Maibaum hat sich an seinen neuen Standort gegenüber dem Roland gewöhnt.
Lastwagen ist die Querung des Marktes untersagt, andere Verkehrsteilnehmer bewegen sich im Schritttempo über den Platz, der jetzt Am Roland/Roland-Markt heißt und erreichen ihre Ziele trotzdem.

Verändert hat sich auch der Platz am Rathaus. Weniger Verkehr und weniger Fahrspuren als seinerzeit für die Südumgehung eingeplant waren, machten auch hier eine Neugestaltung nötig und möglich:

Zwischen Bahnhof und Rathausplatz ist die Straßentrasse ebenfalls überpflastert. Die Fahrradständer sind vom Bahnhofsvorplatz in eine neue Radstation verlagert worden, die an der Seite des seit drei Jahren zweistöckigen neuen Parkhauses am ZOB eingerichtet wurde.

Im Zuge dieser Bauarbeiten konnte auch das Gelände um die „Villa“ neu gestaltet werden.

Nach dem Umzug der früheren Arbeitslosenselbsthilfe auf das Gelände des früheren Bauhofes am Ende des Bürgermeister-Balack-Weges im Autal wurde die Sichtachse zwischen Rathaus – Vorplatz und Mühlenteich geöffnet und die Fläche um die Villa herum, in deren Erdgeschoß die „Wedel-Information“ untergebracht ist, wurde in die Gestaltung der neuen Flächen zwischen Rathaus und Bahnhof einbezogen.

Der neue Platz heißt seit einigen Jahren Rathausmarkt – wie sein großes Pendant in Hamburg.

Denn hier findet seit der Neugestaltung und den erforderlichen Veränderungen des Untergrundes der traditionelle Sonnabend – Markt statt, der sich bis in die Bahnhofstraße hinaufzieht und auch Teile um den ZOB und Villa herum umfasst.
Die Verlagerung vom Spitzerdorfer Markt ins Stadtzentrum hat sich aus mehreren Gründen bewährt:

Der Markt ist auch für die Marschdörfer und die westlichen Hamburger Vororte attraktiv geworden, weil am Sonnabend im Umfeld des Bahnhofes und an der Straße Rosengarten all jene Parkkapazitäten vorhanden sind, die an Werktagen für den Pendlerverkehr bzw. für Unternehmen, Behörden und Schulen benötigt werden.
Durch die Neuordnung der Märkte wurden auf dem Spitzerdorfer Marktplatz insbesondere an Sonnabenden Flächen als Parkraum frei, die den Einkauf auch in der oberen Bahnhofstraße gerade für auswärtige Kunden bequem machen.
Zugute gekommen ist die Verlegung des Wochenmarktes auch dem WEEZ, dem Einkaufszentrum an der Bahnhofstraße, das seit 2007 mit großem Erfolg in Betrieb ist und zur Belebung und Stärkung der Stadtmitte beigetragen hat.


Die Bahnhofstraße selbst hat ihren Charakter auch dadurch verändert, dass an allen Kreuzungen, vor dem WEEZ und vor einzelnen Konditoreien und Ladengeschäften kleine Plätze entstanden bzw. weiterentwickelt wurden, die zum Verweilen einladen und attraktive Treffpunkte geworden sind.

Auf die Errichtung einer Fußgängerzone war seinerzeit mit der Aufstellung des neuen Flächennutzungsplans verzichtet worden. Weiterführende Untersuchungen hatten ergeben, dass lediglich zwischen den Einmündungen der Spitzerdorfstraße eine derartige Zone infrage kommen könnte. Allerdings war eine derartige Teil – Maßnahme nicht zu rechtfertigen, da zusätzlicher Verkehr auf der Spitzerdorfstraße und der Feldstraße, sowie Schwierigkeiten für den Stadtbusverkehr und die Zulieferung der Geschäfte entstanden wären.

Insgesamt ist in der Bahnhofstraße die Anzahl der Einzelgeschäfte außerhalb des WEEZ und der Passage zurückgegangen, einzelne Ladengeschäfte sind zu Wohnungen umgewandelt worden.

Zugenommen hat die Bedeutung der Bahnhofstraße als Fußweg zur Elbe.
An den entsprechenden Kreuzungen verweisen Hinweisschilder, Pläne und historische Photos nicht nur auf Elemente der Stadtgeschichte , sondern auch auf die kürzesten Wege zum stets gut besuchten Kombibad, in den Elbe – Park, zu den Häfen, den Stränden und zum Willkomm Höft.

Die Definition der Hafenstraße als weiterführende Zuwegung zur Elbe hatte an der Doppeleiche eine veränderte Verkehrsführung zur Folge. Vor der Stadtsparkassenfiliale ist dadurch ein neu gestalteter Platz mit zahlreichen Sitzgelegenheiten und attraktivem Grün entstanden. Insgesamt ist die Bahnhofstraße auch durch die neue Bepflanzung im Ristjahr, die bis in den Herbst hinein immer wieder blühende Stauden präsentiert, attraktiver geworden.

Natürlich könnten auch noch Details zu den neuen Radwegen genannt werden, die innerhalb der vergangenen 10 Jahre nach dem Verzicht auf die Südumgehung beschlossen wurden. Diese haben dazu geführt, dass sich die Wedeler Bevölkerung zu einem wahren Volk von Radfahrern entwickelt hat. Jedenfalls ist der private Autoverkehr innerhalb des Stadtgebietes erheblich zurückgegangen. Das würde jedoch den Rahmen dieser Vision bei weitem sprengen.


Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger!

Ist diese Darstellung wirklich nur eine Vision? Genaugenommen ist sie die unmittelbare Umsetzung der im "Leitbild der Stadt Wedel" formulierten Ziele für die Stadtentwicklung!

Zitat:
Ziel künftiger Stadtentwicklung muss es sein, die Attraktivität der Innenstadt sowie der Altstadt zu steigern...
Dazu gehört die Gestaltung der Bahnhofstraße zu einer einladenden Einkaufsstraße. Mit einem EKZ, ansprechenden Geschäften und Plätzen zum Verweilen. In diese Planungen sind der Bahnhofsvorplatz, der Rathausplatz... einzubeziehen.
Die Altstadt ist als zukunftsfähiger Lebens-, Wohn-, Einzelhandels- und Kulturstandort .... zu erhalten bzw. zu entwickeln.
Anzustreben ist deshalb, Wohngebiete von hohem Verkehrsaufkommen deutlich zu entlasten. Dies gilt z.B. für die Wedeler Altstadt.

Um diese Ziele Wirklichkeit werden zu lassen, tritt die FDP Wedel für eine deutliche Entlastung der Innenstadt Wedels vom Durchgangsverkehr ein. Das kann nach unserer Überzeugung nur durch eine großräumige Verlegung der B431 im Norden um den Stadtkern herum erreicht werden.

Dazu bedarf es umfangreicher Planungs- und Abstimmungsarbeiten. Die genaue Streckenführung der verlegten B 431 entlang Mittelweg, Aschopstwiete z. B., aber auch die weitere Streckenführung entlang Pinneberger Strasse, S-Kurve, Autal, S-Bahn-Querung, Einmündung in die Rissener Strasse muss in die Arbeiten zur Aufstellung des neuen Flächennutzungsplanes einbezogen werden und bei dessen Verabschiedung feststehen, damit die nötigen Flächen gesichert sind und möglichst zügig mit der konkreten Planung und dann auch Realisierung begonnen werden kann. Dabei ist klar, dass hier nicht nur örtliche Behörden beteiligt sind, sondern darüber hinaus Landes- und Bundesbehörden in die Planungen einbezogen werden müssen.

Daneben muss durch frühzeitige Aufnahme von Verhandlungen mit dem Betreiber der S-Bahn eine kreuzungsfreie Querung der S-Bahn im Autal - möglichst durch eine Unterführung - gesichert werden.

Zur Reduzierung des innerstädtischen privaten Autoverkehrs tritt die FDP für den Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs ein. D.h. die bestehenden Busverbindungen aus den Außenbezirken in die Innenstadt müssen zumindest erhalten, nach Möglichkeit intensiviert werden. Dabei muss die jetzige Streckenführung in Zusammenhang mit der betreibenden Verkehrsgesellschaft überprüft und wenn nötig a.G. des neu gestalteten Straßenausbaus überdacht werden.

Auch der Ausbau von Fahrradwegen, sowie die Aufstellung eines Fahrradwegeplanes für Alltags- und Freizeitverkehr wird zur Reduzierung des Autoverkehrs beitragen. Dazu gehören besonders im Innenstadtbereich z.B. eine neu zu schaffende Querung des Autals für Fußgänger und Radfahrer im Bereich Schulstraße - Gorch-Fock-Straße, sowie verbesserte Radwege mit einer neuen Querung der Wedeler Au im Bereich des Mühlenteiches.