Home

Partei
Fraktion
Presse

weitere
Artikel

Termine
Kontakt
Links

Impressum
Presse
 

Hamburger Abendblatt
am

24. Nov. 2007










Hamburger Abendblatt
am

24. Nov. 2007









































Hamburger Abendblatt
am

24. Nov 2007
Image-Schaden für Wedel
Kommentar
Von Jörg Frenzel

"Wir wollen Baden-Baden, nicht Wanne-Eickel!" Mit diesem flapsigen Spruch beschrieb der ehemalige CDU-Fraktionschef Peter Meier einst das Bestreben der Stadt, eher in der Qualität zu wachsen denn in Masse. Eine richtige Vision! Sie darf aber nicht nur dann gelten, wenn es um Schickes aus Beton und Glas an der maritimen Meile geht, sondern sie sollte auch auf dem Kultursektor beachtet werden, besonders beim Barlach-Museum. Der Unterschied zwischen der FDP/SPD-Forderung und der von CDU/Grünen bewilligten Summe beträgt gerade mal 10 000 Euro - der Image-Schaden nach der Knauserigkeit ist um ein Vielfaches höher.



Wedel Schwarz-Grün bremst
Streit um Zuschuss fürs Barlach-Museum
FDP, SPD und ein weiterer Ratsherr scheitern mit ihrem Antrag, die Fördermittel auf 54 000 Euro aufzustocken.
Von Jörg Frenzel

Wedel -
Der Versuch von Wedels FDP, SPD und dem Grünen-Ratsherren Hüseyin Inak das Ernst-Barlach-Museum einen größeren finanziellen Spielraum zu verschaffen, als es die Stadtverwaltung vorsah, ist gescheitert. Mit den Stimmen der CDU und den restlichen Grünen lehnte die Ratsversammlung den Antrag der liberalen Fraktionsvorsitzenden Renate Koschorrek ab, das Museum künftig mit jährlich 54 000 Euro zu bezuschussen. Angenommen wurde der Antrag von Bürgermeister Niels Schmidt, der Institution 40 000 Euro zu bewilligen, der bereits eine Anhebung um 10 000 Euro zu den bisherigen Zuschüssen darstellt.
Renate Koschorrek erinnerte daran, dass das Ernst-Barlach-Museum mit seiner Arbeit bundesweit Anerkennung und Publikum erringt und somit auch die Stadt weit über ihre Grenzen hinaus ins Gespräch. "Das Haus für den einzigen Künstler von Weltbedeutung, der aus Wedel stammt, ist ein riesiger Image-Gewinn für die Stadt", sagte die Liberale. Eigentlich müsste die Einrichtung noch viel stärker bezuschusst werden, wie Museumsleiter Jürgen Doppelstein vorgerechnet habe. Sie wies darauf hin, dass das Haus nicht allein Ausstellungen veranstalte, sondern auch Barlach-Werke sammle und somit nachhaltig Substanz bilde.
Renate Koschorrek schwante Schlimmes: "Das Museum hat erklärt, sich bei nicht ausreichender Förderung auf die im alten Vertrag festgelegten Aufgaben beschränken zu müssen. Das wäre dann der Betrieb der Barlach-Dauerausstellung, die ab und an mal abgestaubt wird. Wenn Sie nicht glauben, dass dies wahr gemacht wird, täuschen Sie sich."
Unterstützung erhielt die Liberale von der SPD-Ratsfrau Birgit Neumann-Rystow: "Es geht nicht, dass die Stadt sich auf Kosten der Ernst-Barlach-Gesellschaft so ein großartiges Programm leistet, die daran fast pleite geht." Ein drohendes Aus für die Sonderausstellungen wertete sie als "dramatisch".
Heiko Flesken, Ratsherr der Grünen, führte hingegen Anstrengungen ins Feld, für die die Stadt künftig erhebliche Mittel benötige. Er nannte Seniorenarbeit, Kinderbetreuung, den Zuschuss in siebenstelliger Höhe fürs Schwimmbad und anderes. "Sicher ist, dass die Ernst-Barlach-Gesellschaft Enormes leistet", lobte Flesken, aber angesichts der nicht beruhigenden städtischen Einnahmen sei man zu dieser Entscheidung gekommen. Er erklärte zudem, dass die Stadt für das Gebäude auch die Mietkosten übernehme. Für die CDU erklärte Ratsherr Peter Kramer lediglich, dass man dem Antrag der FDP nicht folgen werde.





Enttäuscht
Heike Stockhaus, Geschäftsführerin der Ernst-Barlach-Gesellschaft (EBG), betonte im Gespräch mit der Pinneberger Zeitung, dass man künftig auf Sonderausstellungen verzichten und nur noch Barlach-Werke zeigen wolle. "Die Barlach-Gesellschaft hat in den vergangenen 20 Jahren etwa 400 000 Euro für die Kulturarbeit dieser Stadt eingesetzt. Jetzt wäre es an der Zeit, dass die Stadt endlich die entsprechende Verantwortung übernimmt. Unsere Rücklagen sind erschöpft", sagte sie. Sie verwies auf die internationale Resonanz auf Ausstellungen wie über Hesse, Zille, Linda Mc Cartney oder auch Veranstaltungen mit Werken aus der Blaue-Reiter-Gruppe. Stockhaus: "Bundesweit berichteten die Feuilletons über das Barlach-Museum in Wedel. In der Weihnachtsausgabe der Süddeutschen Zeitung des vorigen Jahres haben wir und damit die Stadt eine komplette Seite bekommen - so etwas wird man wohl nicht mehr erwarten dürfen."
fr